Aktion-Sicher-Klettern

Halbautomatische Sicherungsgeräte bieten Sicherheits-Vorteile gegenüber dynamischen Sicherheitsgeräten

Icon News

Wir empfehlen Halbautomaten!

Ein Sicherheits Backup durch Bremskraftverstärkung

Als Sichernder hält man das Leben seines Kletterpartners in den Händen. Unfallanalysen zeigen allerdings, dass der Mensch das schwächste Glied in der Sicherungskette ist. Die Unfallursache Nummer eins ist das menschliche Fehlverhalten. Gerade aus diesem Grund ist es sinnvoll auf Sicherungsgeräte zurückzugreifen, die die Bremskraft des Sichernden unterstützen. Daher empfehlen wir "halbautomatische Sicherungsgeräte".

Den Kletterern ist immer noch freigestellt, mit welchem Sicherungsgerät sie sichern. Allerdings zeigen die "halbautomatischen Sicherungsgeräte" einen entscheidenden Vorteil gegenüber "dynamischen" , insbesondere wenn es um den Punkt Sicherheit geht.

"Dynamische Sicherungsgeräte", wie zum Beispiel das Tube oder der HMS, haben keine Bremskraftverstärkung, so dass der Sichernde mehr Haltekraft und Bewegungsroutine benötigt um Stürze eines z.B. schwereren Partners halten zu können. Dadurch, dass die Kletterhalle meist sehr geradlinige Routen mit wenig Seilreibung hat, kommt beinahe die gesamte Sturzenergie in Form des Sturzzugs beim Sicherungspartner an. Durch Unachtsamkeit, geringe Handkraft und dünne Seile mit glatter Oberfläche kann unter Umständen ein Sturz nicht mehr rechtzeitg gehalten werden.

"Halbautomatische Sicherungsgeräte" wie z.B. das GriGri, das MegaJul oder das Smart bieten durch ihre Blockierfunktion und der Bremskraftverstärkung, unabhängig von der Handkraft, ein extra Sicherheits-Backup. Mit zu den Ursachen für Unfälle gehört unter anderem Unachtsamkeit. Durch die Blockierunterstützung  gibt das Sicherungsgerät dem Sichernden die Chance, trotz eines Sicherungsfehlers einen Bodensturz zu verhindern.

Aus diesem Grund bieten wir in der Kletterhalle im Verleih nur noch das GriGri, das MegaJul und das Smart an, und haben das Tube aus dem Sortiment genommen. In Kursen bilden wir mit dem MegaJul aus.

Das Micro & Mega Jul- richtig sichern


Das Video zeigt die korrekte Anwendung der 2013 von EDELRID präsentierten Sicherungsgeräte Mega Jul und Micro Jul.

 

Das Smart - richtig sichern


Das Smart von Mammut verbindet die Vorteile des Tube-Prinzip mit einer Blockier-Unterstützung.Beim Sichern mit dem Smart ist das Blockieren des Seils mit verhältnismäßig geringem Krafteinsatz möglich. Das Smart wurde speziell für Hallen- und Sportkletterer konzipiert. Wie bei allen anderen Sicherungsmethoden auch muss daher das Bremsseil immer festgehalten werden.

 

 

 

Das Grigri - richtig sichern

Das Grigri hat einen Blockiermechanismus und wird daher "halbautomatisches" Sicherungsgerät genannt.Obwohl man es oft anders sieht: Auch beim Sichern mit dem Grigri muss die Bremshand am Seil bleiben. In diesem Video wird erklärt, wie man sicher und doch schnell Seil ausgeben kann.Während der Blockiermechanismus des Grigri zusätzliche Sicherheit verspricht, gibt es auch eine Einschränkung: Ist der Kletterer deutlich leichter als der Sicherer, ist das dynamische (also: weiche) Sichern recht anspruchsvoll.

 

 

Das GriGri 2- richtig sichern

Grigri 2, der Nachfolger des erfolgreichen Sicherungsgerätes aus dem Hause Petzl.

Jedes Sicherungsgerät hat seine Eigenheiten und Besonderheiten, sodass eine qualifizierte Ausbildung und ein regelmäßiges Üben auf jeden Fall notwendig ist um Anwendungsfehler zu vermeiden.

Grundsätzlich gilt für jedes Sicherungsgerät:

  • Konsequente Einhaltung des „Bremshandprinzips“ (die Bremshand umschließt immer das Bremsseil)
  • Bewegungsroutine beim Seil-Ausgeben, -Einholen, -Blockieren und -Ablassen
  • Erfahrung im Halten von Stürzen
  • Beachtung des Gewichtsunterschieds in der Seilschaft
  • Berücksichtigung der Handkraft (und entsprechende Wahl des Gerätes)
  • Richtige Positionierung vor der Wand, insbesondere bei Kletternden in Bodennähe
  • Reduzierung der Schlappseilmenge auf das Nötigste, insbesondere beim „bodennahen Sichern“
  • Ständige Aufmerksamkeit

Halbautomaten bieten also einen Sicherheitsgewinn und können so Unfälle reduzieren, in dem sie menschliche Schwächen berücksichtigen.